Über uns

 

Das Zeltlager St. Birgitta

 

– eine Bestandsaufnahme zum

 

20. Jubiläum

 

Zwei Weisheiten und ihr Wahrheitsgehalt:

 

1. Man kann auch ohne Zeltlager leben, es lohnt sich nur nicht (frei nach Heinz Rühmann): RICHTIG!

2. Die Geschichte des Zeltlagers ist voller Widersprüchlichkeiten (frei nach einer alten Fernseh-Werbung): FALSCH!

 

Die Geschichte unseres Zeltlagers ist eine kontinuierliche Entwicklung, die auch uns alte Hasen immer wieder beeindruckt. Auch in den Anfängen und der früheren Geschichte der Pfarrei St. Birgitta gab es bereits Jugendfahrten und Zeltlager. Wir sprechen vom Zeltlager der „Neuzeit“. Und hier feiern wir 2009 Jubiläum: 20 Jahre Zeltlager. Zudem ist es auch das 20. Zeltlager, weil es einmal – im Jahr 1991 – nicht stattfand.

 

1989 gab es den ersten Versuch mit der damaligen ältesten Jugendgruppe, also noch ohne Kinder. Keiner hatte einen Führerschein, ein Zelt wurde im Keller gefunden, ein zweites ausgeliehen. Weiteres Equipment waren ein alter zweiflammiger Gaskocher, jede Menge Päckchensuppen und ein paar Spiele von zu Hause. Männlein und Weiblein getrennt wurde am Fohnsee in Iffeldorf gecampt. Im Jahr darauf noch einmal. Der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte.

 

Das erste Lager mit Kindern aus unseren Jugendgruppen fand 1992 immer noch am Fohnsee statt. Es reichten immer noch zwei Zelte, dazu hatten zwei Familien ihre ausrangierte Campingausrüstung spendiert. Die Geburtsstunde des Küchenzeltes. Allerdings gab’s da bereits den ersten Ärger – der Familien-Campingplatz sah uns zum letzten Mal.

 

1993 waren wir erstmals in Königsdorf, wo wir seitdem – bis auf ein Experiment mit dem Lager auf einer Bauernwiese ohne Sanitäranlagen in Wolfetsried (nahe Seeshaupt) 1994 – Stammkunden sind. Gern gesehene dazu, darf man ohne Bescheidenheit anfügen.

 

1995 war Premiere für unsere gedruckten Zeltlager-T-Shirts, die seither jährlich ein fester Bestandteil geworden sind, die Idee haben sich mittlerweile etliche andere Zeltlager-Gruppen abgeschaut. Der einheitliche Look, den wir auf keinen Fall als eine Uniform wie die der Pfadfinder verstanden wissen wollen, trug zum Bekanntheitsgrad unserer Gruppe bei. Sowohl auf dem Zeltplatz-Gelände als auch in den Geschäften in Königsdorf und den Getränke- und Lebensmitteldiscountern in Geretsried gibt es jedes Jahr schnell ein fröhliches „Hallo“. Drei Einkäufer im gleichen Shirt heißt: Die Hachinger aus St. Birgitta sind wieder da. Die T-Shirts wurden farbig, einige Jahre später die Leiter mit anderen Farben ausgestattet, später gab es für die Leiter auch Caps mit dem Symbol einer Leiter drauf – bis heute eine unserer witzigsten Ideen.

 

Einen kurzen Tiefpunkt gab es 2003. Nachdem sich die „alte“ Leiter-Riege vor dem 30. Lebensjahr verabschiedet hatte und 2002 dem Nachwuchs das Feld überlassen hatte, sagte die neue Crew nach einem selbst organisierten Lager die Veranstaltung für 2003 ab. In einer spontanen Aktion kehrten die Methusalems zurück, stampften am Stammtisch in Ginos Sportstadl ein Not-Programm aus dem Boden und verschickten doch noch Einladungen. Seither läuft unser Zeltlager ohne Unterbrechung und Personalsorgen, und die Neandertaler leiten immer noch mit...

 

Vor allem übrigens deswegen, weil sich im Laufe der letzten Jahre eine neue Leitergruppe gefunden hat, die heute – mit der Erfahrung aus 20 Jahren eine durchaus belegbare Aussage – die beste ist, die es je gegeben hat. Unser 9-köpfiges Team ist mittlerweile weit mehr als nur ein „Zeltlagerteam“, längst als Veranstalter oder Helfer bei weiteren Events in unserer Pfarrgemeinde aktiv und auch privat im besten Kontakt. Das hilft logischerweise auch enorm bei der Vorbereitung des Lagers und während der langen Woche in Königsdorf. So ist die Zeit mit den Kindern jedes Jahr nicht nur stressig und arbeitsintensiv sondern nach wie vor für uns alle auch ein Riesenspaß.

 

Finanziell stehen wir schon lange auf eigenen Beinen, belasten keinen der knappen Etats in der Pfarrei. Unsere Teilnehmergebühren sind im Vergleich mit anderen Lagern nach wie vor günstig. Dass sie bei weitem nicht die Kosten des Zeltlagers decken, wird durch Zuschüsse vom Kreisjugendring und unsere anderen Aktivitäten ausgeglichen.

 

Da wir bei den selbst organisierten Veranstaltungen wie den Fußball-Übertragungen bei Welt- und Europameisterschaften sowie unserem eigenen Stand auf dem Unterhachinger Weihnachtsmarkt auch dank der Genehmigung unserer Pfarrgemeinde in unsere eigene Kasse wirtschaften können, sind wir in der Lage unser Equipment ständig zu erweitern und zu modernisieren. So steht 2009 der Kauf eines neuen, dringend benötigten Küchenzeltes sowie eines Transportwagens an. So wollen wir jedes Jahr das Zeltlager vor allem für die Kinder immer wieder eine Spur besser und einzigartiger machen.

 

Aus den Anfängen mit zwei alten, löchrigen Zelten und dem zweiflammigen Gaskocher ist im Laufe von 20 Jahren eine fast perfekt ausgestattete Küche geworden, in der wir spielend auch über 50 Personen versorgen könnten und in der es eben nicht nur Päckchensuppen, Dosenfraß und die obligatorischen Nudeln mit Soße gibt. Unsere Schlaf-, Aufenthalts- und Materialzelte bieten inzwischen Möglichkeiten für ein uneingeschränktes Zeltlager für rund 30 Kinder und uns Leiter.

 

Um hier auch eine oft gestellte Frage zu beantworten: Warum wir nicht mehr Kinder mitnehmen, obwohl teilweise wesentlich mehr Anmeldungen vorliegen, hat einen ganz einfachen Grund. Unsere Philosophie ist es, dass wir „eine Gruppe“ sein wollen, in der jeder Leiter und jedes Kind miteinander zu tun hat und vor allem auch schnell jeder jeden kennt. Ein Jahr schlechte Erfahrung mit mehr Teilnehmern hat gezeigt, dass dies bei einer größeren Anzahl schwierig ist und sich kleinere Grüppchen bilden. Das wollen wir aber nicht.

 

Unser Programm wird gemeinsam erarbeitet und vorbereitet, flexibel bleiben wir trotzdem immer. Denn das Wetter oder die Begeisterung kann man vorher ja nicht planen. Auf unsere Ideen und Möglichkeiten, was den Speiseplan betrifft, sind wir durchaus stolz. Wir achten auch selbstverständlich auf ausgewogene Ernährung, wechseln beispielsweise täglich Fleisch- und fleischlose Gerichte ab. Zuckerhaltige Getränke wie Limonade haben wir schon vor Jahren aus unserem Lager verbannt. Standard ist, dass es auch außerhalb der Mahlzeiten immer frisches Obst für die Kinder gibt. Fleisch kaufen wir übrigens nie im Discounter, sondern frisch kurz vor dem Kochen beim örtlichen Metzger ein, ebenso die Backwaren beim örtlichen Bäcker. Die bessere Qualität ist uns den höheren Preis wert. Inzwischen haben wir uns auch entschieden, die Getränke über den Händler in Königsdorf zu beziehen, um die ortsansässigen Betriebe, die uns immer wieder sehr entgegenkommen, mehr zu unterstützen als Großhandelsketten.

 

Das hört sich alles an, als wären wir das beste Zeltlager überhaupt...

 

Wir Leiter finden das tatsächlich, sagen es aber natürlich nicht laut. Letztlich entscheiden immer noch die Kinder, ob das Lager gut oder schlecht war. Derzeit gibt uns die immer höhere Zahl der Interessenten zwar recht, dass wir einiges richtig machen. Aber es ist jedes Jahr ein neuer Anspruch, allen Teilnehmern eine unvergessliche Woche zu bereiten. Mit etwas Stolz dürfen wir aber Josef Birzele, den Chef der Jugendsiedlung Hochland, zitieren. Er hat uns am Ende des Zeltlagers 2008 vor unserer Abreise extra noch besucht und ehrlich gestanden: „Ich erlebe wirklich viele Gruppen. Aber wie Ihr das macht, ist das beste, was ich hier gesehen habe.“

 

Das Leiter-Team hofft, dass auch die Kinder das künftig ihren Eltern erzählen, wenn sie wieder nach Hause kommen. Wir freuen uns alle schon wahnsinnig auf das Zeltlager 2009!